Entstehungsgeschichte

Eine sichere, nachhaltige, regionale und bezahlbare Energieversorgung ist ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Region als Wirtschafts- und Lebensraum. Die Herausforderungen der Energiewende - von Versorgungssicherheit über Netzausbau bis hin zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen - können nur durch eine enge regionale Zusammenarbeit erfolgreich bewältigt werden.

Gleichzeitig bietet die Energiewende große Chancen. Ziel unseres Strategischen Regionalentwicklungskonzepts (SREK) ist es daher, die Städte und Gemeinden sowie Ihre Bürger und Unternehmen unterstützen, die Potenziale erneuerbarer Energien zu nutzen, die regionale Wertschöpfung zu stärken und selbst von der Energiewende zu profitieren.

Vor diesem Hintergrund entstand das SREK „Energiezukunft Oberfranken-Ost" der sechs Gebietskörperschaften der Planungsregion Oberfranken-Ost – der Landkreise Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel i. Fichtelgebirge sowie der kreisfreien Städte Bayreuth und Hof.

Aufbauend auf zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten im Bereich der regionalen Energie- und Klimapolitik wurde das Vorhaben im Jahr 2024 im Rahmen des Bundesförderprogramms „RegioStrat – Strategische Impulse für die Regionalentwicklung" des BMWSB und BBSR ausgewählt und gefördert.

Gemeinsam mit dem Regionalen Planungsverband Oberfranken-Ost wurde ein strategisches Regionalentwicklungskonzept erarbeitet, die Potenziale erneuerbarer Energien analysiert, regionale Akteure vernetzt und konkrete Handlungsansätze für eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung der Region entwickelt.

Das Strategische Regionalentwicklungskonzept wurde in einem umfassenden Beteiligungsprozess mit kommunalen Gremien, Unternehmen und Experten entwickelt. Gestaltet wurde der gesamte Prozess von einer Steuerungsgruppe, der folgende Personen angehörten: 

  • Klaus Gruber, Landkreis Hof
  • Alexander Popp, Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge
  • Ingrid Flieger, Landkreis Kulmbach
  • Sebastian Norck, Landkreis Bayreuth
  • Walter Friedl, Stadt Hof
  • Fredy Schmidt, Stadt Bayreuth
  • Martin Füßl, Regierung von Oberfranken

Wesentliche Schritte im Beteiligungsprozess waren:

  • Einrichtung einer Steuerungs- und Redaktionsgruppe als zentrales Lenkungsgremium des SREK-Prozesses
  • Durchführung mehrerer Strategieworkshops mit den Projektpartnern zur Erarbeitung der Vision, Handlungsfelder und Schlüsselprojekte
  • Einbindung der Städte und Gemeinden im Rahmen einer kommunalen Dialogveranstaltung sowie eines kontinuierlichen Informations- und Austauschprozesses
  • Befragung energieintensiver Unternehmen zur Erfassung ihrer aktuellen und zukünftigen Energiebedarfe sowie ihrer Anforderungen an die Energieversorgung
  • Erstellung fachlicher Analysen, darunter Potenzialanalysen zu den erneuerbaren Energien, Lastganganalysen sowie Szenarien für die zukünftige Energieversorgung
  • Beteiligung regionaler Energieversorger, Netzbetreiber, Kammern, Verbände, wissenschaftlicher Einrichtungen und weiterer Fachakteure
  • Zusammenführung der Ergebnisse in einem regional abgestimmten Strategischen Regionalentwicklungskonzept (SREK) mit konkreten Maßnahmen und Schlüsselprojekten für die Umsetzung der Energiewende in Oberfranken-Ost.

Moderiert und fachlich begleitet wurde die Entwicklung der Strategie von Mitarbeitenden der Firmen B.A.U.M. Consult GmbH und IfE GmbH, darunter in leitender Funktion:

  • Christopher Prange, Sandra Giglmaier, Susan Wolf, Ludwig Karg (B.A.U.M.)
  • Raphael Lechner, Maximilian Conrad, Andreas Pusch (IfE)

Gefördert wurde die Erarbeitung des Strategischen Regional-  entwicklungskonzept von 

 


Umsetzung des Strategiekonzepts

Mit der Veröffentlichung des Strategischen Entwicklungskonzepts billigen die beteiligten Landkreise und Kommunen das Leitbild (mit den Handlungsfeldern) sowie die Liste der Schlüsselprojekte und grundsätzlich auch das geplante Vorgehen, den vorgeschlagenen Umsetzungszeitraum und die zu beteiligenden Akteure. Im Rahmen des Regionalen Planungsverbands Oberfranken Ost werden Kapazitäten für die Begleitung und Umsetzung des Strategischen Konzepts geeignete Kapazitäten bereitgestellt sowie Kooperations- und Controlling-Strukturen eingerichtet.

Die Schlüsselprojekte sind konkrete Handlungsempfehlungen zur Umsetzung des Leitbilds in den skizzierten Handlungsfeldern. Jedes Leitprojekt hat eine Organisation, die sich mindestens in der Anfangsphase als Pate um das Anstoßen von Arbeitsschritten und das Gewinnen von Unterstützern kümmert.
 
In jedem Handlungsfeld gibt es ein Projekt, das dem Schaffen von Umsetzungsstrukturen in diesem Aufgabenfeld dient. Diese Schlüsselprojekte sind so ausgestaltet, dass sie helfen, den in der Entstehung des Strategischen Konzepts geübten kooperativen Stil weiter aufrecht zu erhalten. Den durch diese Herangehensweise zu schaffenden Umsetzungsstrukturen obliegt es, die vorgeschlagenen Projekte im Handlungsfeld voranzutreiben und bei Bedarf neue Projekte zu entwickeln und zu beschließen.
 

Umsetzungsstrukturen

Die Energiezukunft Oberfranken-Ost wird nicht allein durch technische Anlagen, Leitungen und Energiemengen bestimmt. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Akteuren, Wissen, Infrastruktur, Planung und Umsetzung. Das regionale Energiesystem wird daher zugleich als regionales Innovationssystem verstanden.

Die folgende Grafik visualisiert den strukturellen Aufbau des Regionalen Innovationssystems Oberfranken-Ost. Im Zentrum stehen drei miteinander verbundene Funktionen:
  • Politik und Planung schaffen gemeinsame Zielsetzungen, Prioritäten und Entscheidungsgrundlagen.
  • Die Organisationsstrukturen und Vereinbarungen zur Zusammenarbeit regeln Zuständigkeiten, Arbeitsformen, Finanzierung und dauerhafte Zusammenarbeit.
  • Standorte, Labore und Demonstrationsräume ermöglichen es, neue technische und organisatorische Lösungen praktisch zu er-proben, sichtbar zu machen und auf weitere Orte zu übertragen.